Menschliche Knochenfunde werden in der Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanatomie München (SAPM), Abt. Anthropologie in den Magazinräumen in Dornach/Aschheim archiviert. Die Anlieferung kann erst nach Abnahme des Landesamtes erfolgen, dies ist im Aufnahmeformular abzuzeichnen. Bei der Anlieferung sind folgende Punkte zu beachten: 

  • die Terminabsprache zur Anlieferung sollte idealerweise mind. 1 Woche vorher erfolgen.

  • Die Funde werden ausschließlich in das Magazin in Dornach/Aschheim geliefert: Mararetha-Ley-Ring 1-3, 85609 Aschheim nicht in das Dienstgebäude am Karolinenplatz. 

  • vor der Anlieferung sollte unser Formular zur Aufnahme ausgefüllt und am betreffenden Tag mitgebracht werden

  • des weiteren benötigen wir für unsere Unterlagen jegliche Information und Berichte zum angelieferten Skelettmaterial, damit später auch eine weitere Bearbeitung erfolgen kann

Für Terminvereinbarungen und Rückfragen wenden Sie sich bitte an: 

Dr. Mike Schweissing

Tel: +49 89 203 24 28 -31

E-Mail:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Informationen zur Bergung

Die Bergung von Knochenmaterial sollte immer durch Anthropologen erfolgen, die gleichzeitig eine Erstansprache durchführen. Blockbergungen werden in der SAPM nicht angenommen. Weitere Punkte die bei der Bergung beachtet werden sollten sind (gemäß den Richtlinien des Landesamtes für Denkmalpflege): 

Zur Fundgruppe „menschliche Knochen“ zählen neben allen Skelettteilen und Leichenbrand auch alle Urnenfüllungen, Brandschüttungen und das Material aus Brandgruben. 

Menschliche Knochen sollen vorsichtig, wenn möglich in einem Stück geborgen werden. Schädel mit Unter- und Oberkiefer sollten ausschließlich mit sauberen Handschuhen entnommen und sofort in saubere Tüten verpackt werden, um Kontaminierung, v.a. der Zähne, mit Fremd-DNA zu vermeiden. Gemäß den Empfehlungen der Anthropologie können extrem brüchige Knochen, wenn die Bergung die komplette Zerstörung des Knochens zur Folge hätte, mit einer Wasser-Ponal-Mischung (2:1) gefestigt werden (wichtig: auf keinen Fall Harz, Sekundenkleber oder ähnliches zur Festigung verwenden). Nach Rücksprache soll zur Isotopenanalyse neben den Knochen/Zähnen aus den Gräbern auch eine Bodenprobe aus dem Bereich der Grabsohle entnommen werden (etwa das Volumen einer Filmdose). Bei großen Gräberfeldern ist dies nicht für jede Bestattung notwendig, sondern nur für einige Befunde beispielhaft, oder bei besonderen / auffälligen Individuen vorzunehmen. Diese Proben sind gemeinsam mit den Knochen in eine Euronormbox zu packen.

Schädel samt Unter- und Oberkiefer sind wegen möglicher DNA-Analysen generell von der Reinigung auszunehmen. Die übrigen menschlichen Knochen sollen feucht bzw. nass gereinigt werden (s. Abschnitt 2.5). Die Reinigung ist in geeigneten stationären Anlagen (Becken, Siebe, Trockengestell) mit frischem Wasser und geeigneten Hilfsmitteln (wie Pinsel, Bürste, Schwämmchen u.ä.) von geschultem Personal durchzuführen. Besonders wichtig ist es, dass alle Knochen völlig durchgetrocknet sind, bevor sie in PEClipverschlussbeutel verpackt werden (Schimmelgefahr!). Die Trocknung soll nicht in der prallen Sonne, auf der Heizung oder in einem Ofen o.ä. erfolgen. Leichenbrandverfüllungen bleiben ungeschlämmt.

Auch für die menschlichen Knochen gelten die verbindlich einzuhaltenden Vorgaben zur Verpackung von Funden (s. Abschnitt 6). Abweichend bleiben die PE-Clipverschlussbeutel geöffnet, es sind Euronormboxen mit durchbrochener Wandung zu verwenden, damit die Skelette weiterhin belüftet bleiben. Weiterhin ist die Höhe der Boxen so zu wählen, dass sie auch mit darin verpackten Schädeln mit einem Deckel zu verschließen sind. Die Beschriftung ist entsprechend der „Vorgaben zur Dokumentation archäologischer Ausgrabungen in Bayern“ vorzunehmen (s. dort Abschnitt 5.3 und 5.4). Ein Skelett ist in eine Euronormbox zu packen (1 Kiste = 1 Individuum); einzelne Skelettelemente müssen nicht getrennt unterverpackt werden. Bei Kleinmengen – wie Leichenbrand, Kinderskelett – wird jedes Individuum in eine Einzeltüte (PEClipverschlussbeutel) und diese zusammen in Boxen gepackt. Eine anatomische Sortierung von gut erhaltenen Skelettknochen bei der Verpackung ist nicht erforderlich. Den verpackten Skeletten ist ein Fundlistenauszug beizulegen, auf dem alle Reste menschlicher Knochen sowie aus Knochen gefertigte Artefakte, die bei der Maßnahme gefunden wurden, aufgeführt sind. Auch Blockbergungen von Urnen, die noch mit Leichenbrand gefüllt in der Restaurierung sind, müssen gelistet sein.

In Räumen, in denen menschliche Knochen lagern, gereinigt oder bearbeitet werden, soll nicht geraucht werden. Dies kann spätere Untersuchungen negativ beeinflussen. 

 

 

 

   

Impressum

Impressionen