Die Analyse von Skelettmaterial mittels invasiver Methoden (z.B. Isotopen, DNA- und 14C-Analysen) hat enormes Informationspotential und kann wesentlich zum Forschungsfortschritt beitragen. Auf der anderen Seite ist Skelettmaterial eine endliche Ressource. Jedes Skelett repräsentiert ein Individuum und ist damit unersetzlich. Jede destruktive Analyse führt daher zwangsläufig zum Verlust (von Teilen) einer  einmaligen Informationsquelle. Eine wesentliche  Aufgabe der SAPM ist neben der Erforschung des ihr anvertrauten Skelettmaterials daher auch seine langfristige Bewahrung, etwa für zukünftige Forschungsfragen unter Anwendung verbesserter oder neuartiger methodischer Ansätze. Somit ist die SAPM verpflichtet, abzuwägen zwischen dem zu erwartenden Informationsgewinn einer invasiven Analyse einerseits und dem Anspruch des vollständigen Erhalts des ihr anvertrauten Skelettmaterials für kommende Forschergenerationen andererseits.  

Unter Berücksichtigung dieser Tatsache und der stetig zunehmenden Zahl an Anfragen nach  invasiver Beprobung wird die SAPM künftig nur noch in begründeten Fällen eine solche genehmigen. Grundlage dazu bildet ein wissenschaftliches Exposé, das der SAPM in schriftliche Form vorgelegt werden muss.  Dieses  ist vom Antragssteller zusammen mit einem ausgefüllten Formblatt fristgerecht einzureichen. Über die Anträge wird zweimal jährlich entschieden. Die Fristen hierfür sind:

·        Einreichung bis zum 1. April des Jahres: Der Antragsteller erhält die Entscheidung im Juni des gleichen Jahres.

·        Einreichung bis zum 1. Oktober des Jahres: Der Antragsteller erhält die Entscheidung im Dezember des gleichen Jahres.

Der Antrag ist beim Sekretariat der SAPM auf dem Postweg oder per E-Mail einzureichen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sollen für die Analyse des SAPM-Materials Drittmittel eingeworben werden, ist vor dem Einreichen des Drittmittelantrages die Erlaubnis zur Beprobung zu beantragen, zusammen mit einer wissenschaftlichen Begründung. Dem Antrag auf Beprobung muss der vollständige Drittmittelantrag beigefügt werden. Es ist nur erlaubt Material der SAPM in Drittmittelanträgen aufzuführen, wenn dem Antragsstellenden eine schriftliche Bestätigung der SAPM vorliegt. Eine rückwirkende Erlaubnis zur destruktiven Beprobung ist in der Regel ausgeschlossen. Die SAPM ist bei Drittmittelanträgen als Kooperationspartner aufzuführen. Kosten für die obligatorische standardisierte Befundung bei humanem Skelettmaterial bzw. für die Erfassung der archäozoologischen Kenndaten in der Datenbank OssoBook und Dokumentation der Proben (3D-Scans, Fotos, Abformungen etc.) sind ggf. miteinzuwerben. Die Erlaubnis zur Beprobung ist zwangsläufig projektgebunden und keineswegs auf Folgeprojekte übertragbar. Im Falle einer weiterführenden Beprobung muss erneut eine Genehmigung eingeholt werden.

Werden die Analysen im Rahmen einer Abschlussarbeit durchgeführt, muss zusätzlich eine Stellungnahme des Betreuers vorliegen. Sollen einige oder alle laborseitigen Analysen von dritter Stelle übernommen werden, sind die Kontaktinformationen des entsprechenden Labors anzugeben. Die SAPM behält sich vor, mit dem bearbeitenden Labor direkt Kontakt aufzunehmen.

Die Entscheidung über die Erlaubnis zur destruktiven Beprobung obliegt der Leitung der SAPM gemeinsam mit den Konservatoren. Zu dem Entscheidungsgremium gehören außerdem Vertreter der denkmalpflegerischen Institutionen des Landes (des Bayerischen Landesdenkmalamtes sowie der Staatssammlung für Archäologie) sowie ggf. weitere Fachgutachter, die je nach Themengebiet gesondert hinzugezogen werden.

Weitere Details zu Voraussetzungen für eine Beprobung von SAPM-Material sowie mögliche Ablehnungsgründe sind dem entsprechenden Antragsformular zu entnehmen.

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